Entwicklungsstudie

Hier finden Sie die Erklärungen von Christine Dworschaks Entwicklungsstudie, bei der ich mit 2 Gelegen von Mama und Schumi von 2015 mitmache.

Christine Dworschak ;Zitat:

„In der Natur benötigen testudo hermanni durchschnittlich 90 Tage um sich im Ei zu entwickeln. Bei unseren oft unnatürlichen Inkubationsmethoden schlüpfen die Tiere oft bereits nach 55 Tagen.
Wie bei vielen Reptilienarten, so ist es auch bei den Schildkröten der Gattung Testudo so, dass sich das Geschlecht abhängig von der Inkubationstemperatur entwickelt. Dementsprechend brüten viele Schildkrötenzüchter die Eier möglichst warm aus um später viele weibliche Tiere anbieten zu können. Das ist auch durchaus sinnvoll, jedoch gehe ich davon aus, dass die Eier unter natürlichen Bedingungen kaum mit konstant hohen Temperaturen inkubiert werden.
Gleichzeitig fällt natürlich auch auf, dass es immer häufiger zu Missbildungen (Panzeranomalien, fehlende Augen, Gaumenspalte, fehlender Schwanz und vieles mehr) unserer Nachzuchten kommt.
Ob das Auswirkungen konstant zu hoher Temperaturen sind?
Des Weiteren stelle ich mir die Frage, ob es möglicherweise noch andere, erst später relevante gesundheitliche Beeinträchtigungen der Tiere gibt. Nach heutigem Wissensstand können wir davon ausgehen, dass die Geschlechtsentwicklung Ende des ersten, bzw. anfangs des zweiten Drittels der embryonalen Entwicklungszeit stattfindet. Dementsprechend ist eine dauerhaft konstant hohe Bruttemperatur wohl gar nicht notwendig um weibliche Tiere „zu erzeugen“
Da ich in meiner gesamten Schildkrötenhaltung mich immer möglichst nach den Vorgaben der natürlichen Bedingungen richte, versuche ich auch bei der Inkubation diese Gegebenheiten zu berücksichtigen.
So bin ich stets bestrebt, den Embryonen möglichst viel Entwicklungszeit im Ei zu lassen und trotzdem ein wenig Einfluss auf die Geschlechtsbildung zu haben.
Seit einigen Jahren berücksichtige ich diese Gegebenheiten und habe seit dem auch kaum noch Missbildungen, Frühgeburten oder noch nicht vollständig entfaltete Schlüpflinge.
Nun ist es soweit, dass die ersten, unter diesen Bedingungen nachgezogenen Tiere, das semiadulte Alter erreicht haben und ich mich trotz längerer Brutzeit über vorwiegend weibliche Nachzuchten erfreue.
Besonders auffällig finde ich es jedoch, dass Tiere, die mehr Zeit für ihre embryonale Entwicklung hatten, offensichtlich langsamer und dem entsprechend schöner (glatter) heranwachsen.
Ob das nur Zufall ist?
Ob ein so langsames Wachstum auch Auswirkungen auf ihren Gesundheitszustand hat?
Diese Frage würde ich sehr gerne beantwortet wissen, habe jedoch keine, oder nicht ausreichend viele Vergleichsmöglichkeiten.
Darum habe ich mich dazu entschlossen dieser Sache auf den Grund zu gehen. Um jedoch eine möglichst aussagekräftige Antwort und sämtliche Zufallsfaktoren ausschließen zu können bedarf es einer größeren Anzahl von Eiern.So haben sich einige erfahrene Züchter zusammengefunden um nach entsprechenden Vorgaben zu inkubieren.
Die Tiere selbst werden gekennzeichnet und unter gleichen Bedingungen bis ins semiadulte Alter aufgezogen.
Auf das Ergebnis dieser Studie bin ich schon sehr gespannt.
Alle Daten werden auf meiner Homepage veröffentlicht, so haben auch Sie die Möglichkeit, diese Studie bis an ihr Ende zu verfolgen. Falls sie sich selbst daran beteiligen möchten, so würde mich das sehr freuen, nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf.“

( www.christinedworschak.wix.com)

 

Meine beiden fast 3-jährigen (2017) jeweils eine aus jeder Bebrütungsgruppe: